Milcheinschuss: wann er kommt, woran du ihn merkst, was bei Schmerzen hilft
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Wann kommt der Milcheinschuss?
Der Milcheinschuss kommt meist zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Geburt; das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), das Netzwerk Gesund ins Leben und die La Leche Liga Deutschland, ein Verband für Stillberatung, fassen den Zeitraum leicht unterschiedlich. Das BIÖG nennt auf kindergesundheit-info.de den zweiten bis vierten Tag und auf familienplanung.de den 2. bis 5. Tag, das Netzwerk etwa 36 bis 96 Stunden nach der Geburt und die La Leche Liga ca. drei bis fünf Tage.
Die Milchbildung kommt in Gang, sobald die Plazenta ausgestoßen ist: In der Schwangerschaft unterdrücken Hormone sie noch, danach werden die Hormone ausgeschüttet, die die erste Milch fließen lassen, das sogenannte Kolostrum.
Das Netzwerk Gesund ins Leben nennt „Milcheinschuss“ einen verwirrenden Begriff, weil schon vorher Muttermilch da ist; gemeint ist der Zeitpunkt, an dem die Brust beginnt, vermehrt Muttermilch zu bilden. Auf familienplanung.de heißt es, früher habe man vom „Einschießen“ der Milch gesprochen, weil die Brüste recht plötzlich anschwellen; die Seite selbst verwendet den Begriff „initiale Brustdrüsenschwellung“.
| Wann | Was passiert | Quelle |
|---|---|---|
| Ab der 16. Schwangerschaftswoche | Die Brust bildet die erste Milch, das Kolostrum | BIÖG, Netzwerk Gesund ins Leben |
| Erste Tage nach der Geburt | Einige Esslöffel Kolostrum pro Tag | Netzwerk Gesund ins Leben |
| Etwa 36 bis 96 Stunden nach der Geburt | Die Brust beginnt, vermehrt Muttermilch zu bilden | Netzwerk Gesund ins Leben |
| 2. bis 4. Tag | Übergangsmilch, oft „Milcheinschuss“ genannt, die Brüste werden deutlich größer | BIÖG (kindergesundheit-info.de) |
| 2. bis 5. Tag | Die Brüste bilden sehr viel mehr Milch und schwellen an | BIÖG (familienplanung.de) |
| Ca. 3. bis 5. Tag | Die Brust stellt sich auf den wachsenden Bedarf ein, bei vielen schwillt sie an | La Leche Liga Deutschland |
| Nach dem Ende der 2. Woche | Die reife Muttermilch bildet sich, sie sieht eher weißbläulich aus | BIÖG (kindergesundheit-info.de) |
Woran erkennst du den Milcheinschuss?
Beim Milcheinschuss werden deine Brüste voller, schwerer und deutlich größer, manchmal spannen sie, schreibt das BIÖG auf kindergesundheit-info.de. Auf familienplanung.de steht, dass die Brüste bei manchen in den ersten Tagen sehr prall werden und schmerzen und die Körpertemperatur erhöht sein kann.
Die Schwellung entsteht in erster Linie durch die starke Durchblutung und angestaute Lymphflüssigkeit. Dein Baby möchte jetzt oft sehr häufig an die Brust, gerade auch abends und nachts.
Bis dahin sind die Mengen klein: In den ersten Tagen bildet die Brust laut Netzwerk Gesund ins Leben gerade einmal einige Esslöffel Kolostrum pro Tag, und in dieser kleinen Menge ist alles drin, was dein Baby braucht. Bei der Geburt ist der Magen eines Babys so groß wie eine Kirsche, deshalb trinkt es häufig. Das BIÖG beschreibt das Kolostrum als gelb und dickflüssig, die spätere reife Muttermilch als eher weißbläulich.
Dass dein Baby genug Milch bekommt, erkennst du laut Netzwerk Gesund ins Leben unter anderem an 5 oder mehr nassen Windeln am Tag nach Beginn der reichlichen Milchbildung, an hellem, dünnem Urin, an regelmäßigem Stuhlgang und daran, dass es wächst und gedeiht.
Kann der Milcheinschuss schon vor der Geburt kommen?
Der Milcheinschuss selbst folgt erst nach der Geburt, die erste Milch aber entsteht schon in der Schwangerschaft: Laut BIÖG und Netzwerk Gesund ins Leben bildet die Brust das Kolostrum bereits ab der 16. Schwangerschaftswoche. Auf familienplanung.de heißt es, dass bei manchen Schwangeren schon vor der Geburt gelegentlich Tropfen Kolostrum aus den Brustwarzen austreten.
Weil das Kolostrum so früh da ist, steht die erste Milch bei der Geburt auf jeden Fall bereit, auch wenn ein Baby früher als erwartet zur Welt kommt. Dass der Milcheinschuss bis nach der Geburt wartet, liegt an den Hormonen, die die Milchbildung in der Schwangerschaft noch unterdrücken.
Kommt der Milcheinschuss nach einem Kaiserschnitt später?
Nach einem Kaiserschnitt kann die Milch etwas später einschießen, schreibt familienplanung.de. Direkt mit dem Stillen begonnen wird dann nur halb so oft wie nach einer vaginalen Geburt, und das Stillen kann etwas komplizierter sein, zum Beispiel weil das Baby noch etwas schwächer ist und nicht sofort zu trinken beginnt. Mit genug Unterstützung, etwa durch eine Stillberatung, wird nach einiger Zeit aber ähnlich oft gestillt wie nach einer vaginalen Geburt; die Seite beruft sich dafür auf Studien.
Das BIÖG betont, dass ein Kaiserschnitt das Stillen nicht behindert. Nach einer Periduralanästhesie kann ein gesundes Baby gleich nach der Operation angelegt werden; nach einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose kannst du stillen, sobald du dich dazu in der Lage fühlst. Lass dir beim Anlegen helfen, damit du dein Baby gut halten kannst.
Was hilft gegen Schmerzen beim Milcheinschuss?
Gegen Schmerzen beim Milcheinschuss helfen laut familienplanung.de und La Leche Liga Deutschland häufiges Anlegen, vor dem Stillen Wärme und sanfte Massage und nach dem Stillen Kühlung. In den ersten Lebenstagen entleert häufiges Anlegen die Brust oft, erklärt die Seite, und dein Baby kann eine gute Saugtechnik lernen, solange die Brüste noch weich sind; das macht ihm das Trinken beim Anschwellen leichter. Sind die Brüste stark geschwollen, kann der Milchfluss erschwert sein, und dann helfen vor dem Stillen:
- einige Tropfen Milch ausstreichen
- feucht-warme Umschläge
- die Brust sanft massieren
Nach dem Stillen empfehlen laut familienplanung.de viele Hebammen Kälteanwendungen, die La Leche Liga Deutschland nennt kühle Wickel. Das BIÖG empfiehlt, acht- bis zwölfmal in 24 Stunden oder öfter zu stillen, wobei die Abstände gerade am Anfang zwischen einer und drei Stunden liegen können. Wird der Druck unangenehm, frag deine Klinik oder Hebamme um Rat.
Wie lange dauert der Milcheinschuss?
Die Beschwerden beim Milcheinschuss dauern laut familienplanung.de nur selten länger als einen Tag; sind sie zu stark oder halten sie länger an, wende dich an deine Hebamme. Die Umstellung der Milch braucht länger: Die reife Muttermilch bildet sich laut BIÖG nach dem Ende der zweiten Woche und verändert sich dann bis zum Ende der Stillzeit nicht mehr.
Häufiges Stillen in den ersten Tagen trägt laut Netzwerk Gesund ins Leben wesentlich zur Milchbildung in der gesamten Stillzeit bei, weil beim häufigen Saugen das milchbildende Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird. Phasen, in denen dein Baby gefühlt ständig trinken möchte, heißen Clusterfeeding; sie können sehr anstrengend sein und gehen vorüber.
Milchstau oder Brustentzündung: wann solltest du Hilfe holen?
Bei einem Milchstau mit Fieber oder grippeartigen Symptomen rät das BIÖG, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu sprechen. Bessert sich eine Brustentzündung (Mastitis) nach 24 Stunden nicht und geht es dir zunehmend schlechter, musst du ärztliche Hilfe aufsuchen. Ein Milchstau kann entstehen, wenn ein oder mehrere Milchgänge nicht richtig entleert werden, und ist häufig die Vorstufe einer Brustentzündung.
Das BIÖG beschreibt die beiden so:
- Milchstau: eine druckempfindliche Stelle oder Schwellung, eine Rötung, die Brust fühlt sich warm oder heiß an, und das Baby kann die gestaute Brust nur schwer abtrinken. Leg dein Baby dann oft an, etwa alle 1,5 bis 2 Stunden, und probiere verschiedene Stillpositionen aus.
- Brustentzündung: ähnliche Beschwerden wie beim Milchstau, dazu können hohes Fieber, rote harte Stellen, starke Schmerzen und ein Grippegefühl kommen. Eine Brustentzündung bedeutet keineswegs, dass du abstillen musst.
Hol dir Hilfe, wenn:
- du dir bei einem Milchstau Sorgen machst; auch dann rät das BIÖG zum Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- deine Brustwarzen schmerzen. Schmerzen deuten darauf hin, dass dein Baby die Brustwarze beim Saugen verletzt, und du solltest dir direkt Hilfe holen.
- die Beschwerden beim Milcheinschuss zu stark sind oder länger als einen Tag anhalten; dann ist laut familienplanung.de die Hebamme die richtige Adresse.
- du das Gefühl hast, die Milch reicht nicht. Hebammen oder qualifizierte Stillberatende helfen laut Netzwerk Gesund ins Leben weiter.
- dein Baby zu wenig zunimmt, schwach trinkt oder gelb wird. In solchen Fällen muss ein Baby laut BIÖG zum Stillen geweckt werden; sprich das mit deiner Hebamme oder der Kinderarztpraxis ab.
In der App: Ein Still-Timer, der Unterbrechungen übersteht
Offizielle Empfehlungen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Stillstart
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Probleme beim Stillen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de — Initiale Brustdrüsenschwellung („Milcheinschuss“)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de — Das Wochenbett nach dem Kaiserschnitt
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de — 29. bis 32. Schwangerschaftswoche
- Netzwerk Gesund ins Leben — Habe ich genug Milch beim Stillen?
- La Leche Liga Deutschland — Grundlagen des Stillens
Geschrieben von der MyBaby-Redaktion. Wie wir Quellen auswählen und prüfen (auf Englisch).
MyBaby ist kein Medizinprodukt und bietet keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Babys wende dich immer an die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.



