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Plötzlicher Kindstod: Risiko nach Alter und wie dein Baby sicher schläft

· 7 Min. Lesezeit

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Ein waches Baby in einem schlichten Body liegt auf dem Rücken auf einem glatten Laken, sonst liegt nichts im Schlafplatz.
Foto von Yan Ots auf Unsplash

Bis wann besteht das Risiko für den plötzlichen Kindstod?

Das Risiko für den plötzlichen Kindstod ist in den ersten Lebensmonaten am höchsten und sinkt danach stetig: Die meisten Fälle treten laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) im Alter zwischen zwei und fünf Monaten auf, und ab etwa 10 Monaten beschränkt sich das Risiko laut Deutscher Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) auf wenige Einzelfälle. Die Schlafempfehlungen des BIÖG gelten trotzdem für das ganze erste Lebensjahr.

Vom plötzlichen Kindstod, auch plötzlicher Säuglingstod oder Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) genannt, sprechen Fachleute laut BIÖG, wenn ein zuvor gesundes Baby oder Kleinkind unerwartet und ohne erkennbare Ursache stirbt. Das Statistische Bundesamt (Destatis) schreibt, dass er vor allem im Alter von zwei bis sechs Monaten vorkommt.

Alter Was deutsche Quellen sagen Quelle
Erste Stunden nach der Geburt Auch dann kann es zum plötzlichen Säuglingstod kommen BIÖG
Erste Lebenswochen Schlafen im Familienbett kann mit erhöhtem Risiko verbunden sein BIÖG
2 bis 5 Monate Hier treten die meisten Fälle auf BIÖG, DGKJ
Ab dem 6. Monat Pucken ist besonders zu vermeiden, weil sich das Baby auf den Bauch drehen kann BIÖG
Ab etwa 10 Monaten Das Risiko beschränkt sich auf wenige Einzelfälle DGKJ
Ganzes erstes Lebensjahr Die Schlafempfehlungen gelten weiter BIÖG

Wann sinkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod?

Das Risiko sinkt laut BIÖG mit zunehmendem Alter stetig, nachdem die meisten Fälle zwischen dem zweiten und fünften Lebensmonat aufgetreten sind; ab etwa 10 Monaten sind es laut DGKJ nur noch wenige Einzelfälle.

Mit 4 bis 7 Monaten wird sich dein Baby laut DGKJ selbst vom Rücken auf den Bauch drehen. Ist dein Baby groß genug, sich allein zu drehen, ist die Schlaflage, die es dann einnimmt, laut BIÖG in Ordnung; hingelegt wird es aber weiter auf den Rücken.

Vom Pucken oder festen Einwickeln zum Schlafen rät das BIÖG ab, insbesondere ab dem 6. Lebensmonat, weil sich dein Baby dann auf den Bauch drehen kann und das Risiko steigt. Beim Familienbett nennt die BIÖG-Broschüre das erhöhte Risiko ausdrücklich für die ersten Lebenswochen, und laut der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) nimmt es mit zunehmendem Alter ab. Das eigene Bett im Elternschlafzimmer empfiehlt das BIÖG trotzdem für das ganze erste Lebensjahr.

Wie häufig ist der plötzliche Kindstod in Deutschland?

2025 starben in Deutschland laut BIÖG 72 Kinder am plötzlichen Kindstod, und dank der Empfehlungen zum sicheren Schlaf sind die Fälle laut BIÖG um über 90 Prozent zurückgegangen.

Laut Destatis gingen 1991 noch über 20 % aller Todesfälle im ersten Lebensjahr auf den plötzlichen Kindstod zurück, 2017 waren es noch etwa 5 %. Jungen sind laut BIÖG etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Die Ursachen sind laut BIÖG noch nicht abschließend geklärt; vermutlich kommen verschiedene Faktoren zusammen, etwa ein unreifer Atemantrieb und eine schwerere Erweckbarkeit. Vermeidbare Risikofaktoren wie Bauchlage, Rauchen und Überwärmung sind laut BIÖG aber bekannt, und aus ihnen wurden die Empfehlungen zur Vorbeugung abgeleitet.

Wie schläft dein Baby sicher?

Dein Baby schläft laut BIÖG am sichersten auf dem Rücken, im eigenen Bett im Elternschlafzimmer, auf einer festen, ebenen Matratze, in einem Schlafsack statt unter einer Decke, ohne Kissen, Nestchen, Felle oder Kuscheltiere, nicht fest gewickelt, in einer rauchfreien Umgebung und nicht zu warm.

Leg dein Baby im ersten Lebensjahr zum Schlafen immer auf den Rücken, nie auf den Bauch und auch nicht auf die Seite, weil es aus der Seitenlage leicht auf den Bauch rollen kann; so empfiehlt es das BIÖG.

  • Eigenes Bett im Elternschlafzimmer: Die gleichmäßigen Atemgeräusche der Eltern wirken sich laut BIÖG positiv auf die Atemregulation des Babys aus, und die Nähe erleichtert das nächtliche Füttern.
  • Schlafsack statt Decke: Der Halsausschnitt darf laut BIÖG nicht größer sein als der Kopf, und die Länge ergibt sich aus Körpergröße minus Kopflänge plus 10 bis 15 cm. Nimmst du doch eine Decke, sollte sie leicht sein und nur bis zur Brust reichen, mit den Füßen deines Babys am Fußende.
  • Karges Bett: Laut BIÖG gehört eine feste, luftdurchlässige, ebene Matratze hinein, aber kein Kopfkissen, keine Felle, kein Nestchen oder Bettumrandung und keine Kuscheltiere, die die Atemwege verschließen könnten.
  • Rauchfrei: Das BIÖG rät, in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr nicht zu rauchen. Laut DGKJ senkt schon jede Zigarette weniger das Risiko erheblich, und auch Alkohol und Drogen sind Risikofaktoren.
  • Nicht zu warm: Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen liegt laut BIÖG bei 18 °C. Mütze und Wärmflasche gehören laut BIÖG nicht ins Babybett, und ob deinem Baby zu warm ist, fühlst du zwischen den Schulterblättern.
  • Nicht fest wickeln oder pucken: Das BIÖG rät beim Schlafen davon ab, besonders ab dem 6. Lebensmonat; die DGKJ rät generell davon ab, damit sich dein Baby im Schlaf bewegen kann.
  • Stillen, wenn es möglich ist: Gestillte Babys haben laut BIÖG ein niedrigeres Risiko.

Schläft dein Baby in der Autoschale ein, legst du es laut BIÖG auf einer geeigneten Unterlage auf den Rücken, sobald ihr nicht mehr Auto fahrt. Wach und unter deiner Aufsicht legst du dein Baby laut BIÖG regelmäßig auf den Bauch, damit es seine Muskulatur trainiert und der Hinterkopf nicht abflacht; einschlafen soll es so nicht.

Auch in den ersten Stunden nach der Geburt kann es laut BIÖG zum plötzlichen Säuglingstod kommen, besonders wenn die von der Geburt erschöpfte Mutter mit dem Neugeborenen Bauch an Bauch kuschelt. Nach einer Hausgeburt oder ambulanten Geburt achtet ihr laut BIÖG darauf, dass die Atemwege des Babys frei sind und seine Haut rosig ist, und legt es in Rückenlage ins eigene Bettchen, wenn ihr sehr müde seid.

Darf dein Baby im Elternbett schlafen?

Die DGKJ und die GEPS raten davon ab, dein Baby im Elternbett schlafen zu lassen, und empfehlen das eigene Babybett im Elternschlafzimmer; das BIÖG nennt ein erhöhtes Risiko und gibt Sicherheitsregeln für Familien, die ihr Baby trotzdem zu sich ins Bett nehmen.

Das Risiko ist laut BIÖG nachweislich erhöht, wenn ein Elternteil oder beide rauchen. In einer Analyse, die die GEPS in ihrer Stellungnahme von 2009 zitiert, hatten einmonatige Babys, die das Bett mit ihren Eltern teilten, ein 9-fach höheres Risiko; mit zunehmendem Alter nahm es ab, und Stillen schützte, konnte das Risiko des Bedsharings aber nicht aufheben.

Wer das Bett teilt, sollte laut BIÖG diese Regeln beachten:

  • Kein Erwachsener, der mit im Bett schläft, ist Raucher, und niemand hat Alkohol getrunken, Drogen genommen oder Medikamente eingenommen, die besonders müde machen. Auch bei großer Müdigkeit gehört dein Baby ins eigene Bett.
  • Das Bett ist nicht zu schmal, und Wasserbetten und Sofas sind für das gemeinsame Schlafen ungeeignet.
  • Dein Baby schläft nie allein im Erwachsenenbett, nicht neben fremden Personen, größeren Kindern oder Haustieren, kann nicht herausfallen oder eingeklemmt werden und nicht unter Decken oder Kissen rutschen.
  • Ein Baby, das Flaschennahrung bekommt, schläft laut BIÖG besser im eigenen Bettchen neben dem Elternbett.
  • Sonst gelten dieselben Regeln wie im Babybett: Rückenlage, Schlafsack, kein Kissen, eine feste Matratze, keine zu warme Kleidung und keine Mütze.

Schützen Stillen, Schnuller oder ein Babymonitor?

Stillen und ein Schnuller können laut BIÖG das Risiko senken, Überwachungsgeräte wie spezielle Matratzen oder Schlafunterlagen dagegen nicht. Das BIÖG rät, nach Möglichkeit in den ersten sechs Monaten voll zu stillen, und gestillte Babys wachen laut BIÖG nachts leichter und häufiger auf; die DGKJ schreibt, dass gestillte Kinder nur selten betroffen sind.

Einen Schnuller bietest du laut BIÖG zum Einschlafen an, ohne dein Baby dazu zu zwingen, und es macht nichts, wenn es ihn im Schlaf verliert. Wird dein Baby gestillt, beeinträchtigt der Schnuller laut BIÖG das Stillen nicht, sobald es sich eingespielt hat, meist ab der 2. bis 3. Lebenswoche.

Geimpfte Säuglinge haben laut DGKJ ein deutlich niedrigeres Risiko als nicht oder unzureichend geimpfte. Im Handel erhältliche Beobachtungsgeräte werden laut BIÖG ausdrücklich nicht empfohlen.

Wann solltest du mit der Kinderarztpraxis sprechen oder den Notruf wählen?

Ist dein Baby bewusstlos und atmet nicht, ruf laut BIÖG so schnell wie möglich den Rettungsdienst unter 112; die Notrufzentrale unterstützt dich auch bei der Wiederbelebung. Sprich mit deiner Kinderarztpraxis über alles, was dir an deinem Baby auffällt oder Sorgen macht, auch über Fragen zum plötzlichen Kindstod.

Dringend ärztlich ansehen lassen solltest du dein Baby laut BIÖG, wenn:

  • es um den Mund oder im ganzen Gesicht blau wird, auffallend blass ist oder im Schlaf ungewöhnlich stark schwitzt, sodass die Kleidung gewechselt werden muss,
  • du im Schlaf Atempausen von über 15 Sekunden bemerkst oder kürzere Atempausen mit starker Blässe oder blauen Lippen,
  • auffallende Flecken auf der Haut auftreten oder es sich schwer wecken lässt,
  • es häufig erbricht, sich verschluckt oder Probleme beim Trinken hat,
  • es ohne erkennbare Ursache Fieber hat, die Nahrung verweigert oder auffallend schrill schreit und sich nicht beruhigen lässt.

Hat dein Baby mit unter 3 Monaten Fieber, oder mit über 3 Monaten länger als drei Tage Fieber oder Schnupfen, rät das BIÖG ebenfalls zum Arztbesuch, damit die Atemwege frei bleiben. War dein Baby bei der Geburt stark untergewichtig, besprich das erhöhte Risiko laut BIÖG mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.

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Geschrieben von der MyBaby-Redaktion. Wie wir Quellen auswählen und prüfen (auf Englisch).

MyBaby ist kein Medizinprodukt und bietet keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Babys wende dich immer an die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.

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