Wie lange schlafen Babys? Vom Neugeborenen bis zum ersten Geburtstag
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Wie lange schlafen Neugeborene?
Neugeborene und junge Babys schlafen in den ersten drei Monaten laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) durchschnittlich 16 bis 18 von 24 Stunden, gleichmäßig verteilt auf etwa fünf Schlafphasen. Abweichungen vom Durchschnitt sind laut BIÖG völlig normal, beim Schlafbedarf wie bei der Schlafdauer.
Wie weit die Spanne reicht, beschreibt das BIÖG in seinem Faltblatt zum Babyschlaf: Manche Babys kommen in den ersten 3 Monaten mit nur 10 bis 12 Stunden Schlaf pro 24 Stunden aus, andere brauchen täglich 16 bis 18 Stunden, und der Schlafbedarf ist erblich festgelegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Babys von 0 bis 3 Monaten 14 bis 17 Stunden guten Schlaf, Schläfchen eingerechnet.
Die American Academy of Sleep Medicine (AASM), die US-amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin, gibt für Babys unter 4 Monaten keine Empfehlung ab, weil Dauer und Muster des Schlafs in diesem Alter normal sehr stark schwanken und die Belege für Zusammenhänge mit der Gesundheit nicht ausreichen. Ab 4 Monaten nennen WHO und AASM dieselbe Spanne.
| Alter | Schlaf in 24 Stunden, Tagschlaf eingerechnet | Quelle |
|---|---|---|
| Erste 3 Monate | im Schnitt 16 bis 18 Stunden, manche Babys nur 10 bis 12 | BIÖG |
| 0 bis 3 Monate | 14 bis 17 Stunden empfohlen | WHO |
| 4 bis 11 Monate | 12 bis 16 Stunden empfohlen | WHO |
| 4 bis 12 Monate | 12 bis 16 Stunden empfohlen | AASM (USA) |
| 6 Monate | im Mittel 14,2 Stunden; Tagschlaf im Mittel 3,4 | Zürcher Studie |
| 9 Monate | im Mittel 13,9 Stunden; Tagschlaf im Mittel 2,8 | Zürcher Studie |
| 12 Monate | im Mittel 13,9 Stunden; Tagschlaf im Mittel 2,4 | Zürcher Studie |
Die Zürcher Werte stammen aus den Zürcher Longitudinalstudien, die 493 Kinder mit Fragebögen zum Schlaf begleiteten; erfasst wurde die Zeit im Bett. Iglowstein und Kollegen veröffentlichten die Referenzwerte 2003 in der Fachzeitschrift Pediatrics. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gibt sie gerundet wieder: im Mittel 14 Stunden (± 4) für ein halbes Jahr und 14 Stunden (± 3) für ein Jahr, als nur orientierende Angaben, die in der Praxis stark variieren.
Wie lange schlafen Neugeborene am Stück?
Wann ein Baby längere Strecken schläft, ist laut BIÖG sehr unterschiedlich: Manche schlafen nach wenigen Wochen schon 5 bis 8 Stunden am Stück, andere wachen noch mit 7 Monaten ein- bis zweimal nachts auf. Richtwerte, ab wann Babys durchschlafen, gibt es laut BIÖG nicht.
In den ersten Lebenswochen sind die Schlaf- und Wachphasen eines Neugeborenen laut BIÖG noch gleichmäßig über Tag und Nacht verteilt, und mit etwa vier bis sechs Wochen wird der Schlaf allmählich regelmäßiger. Am Anfang braucht dein Baby laut BIÖG jede Nacht seine Mahlzeiten und meist eine frische Windel, erst zwei- bis dreimal pro Nacht, dann nur noch einmal.
Dass ein Baby in den ersten Lebensmonaten mehrmals nachts wach wird, ist laut BIÖG normal und wichtig für seine Entwicklung. Nach Angaben des BIÖG schlafen Babys in diesem Alter fast die ganze Nacht in einem leichten Schlaf, dem REM-Schlaf, und können so aufwachen, wenn sie Hunger haben, ihnen kalt ist oder die Windel voll ist.
Wie lange schlafen Babys am Tag?
In der Zürcher Studie von Iglowstein und Kollegen schliefen Babys mit 6 Monaten im Mittel 3,4 Stunden am Tag, mit 9 Monaten 2,8 Stunden und mit einem Jahr 2,4 Stunden. In den ersten 12 Monaten machten alle Kinder der Studie Tagschlaf, und mit 18 Monaten zeigte sich ein deutlicher Wechsel von zwei oder mehr Schläfchen am Tag zu einem.
Die Spanne ist auch beim Tagschlaf groß: Für 6 Monate reicht sie in der Zürcher Studie von 0,4 bis 6,4 Stunden am Tag (2. bis 98. Perzentile). Der Tagesschlaf kann laut BIÖG bis zum dritten oder vierten Lebensjahr andauern.
Das BIÖG rät, dein Baby bei Anzeichen von Müdigkeit ins Bett zu legen, etwa wenn es gähnt oder den Kopf abwendet, weil Übermüdung das Einschlafen erschwert.
Wie lange schlafen Babys nachts, und ab wann schlafen sie durch?
Bis etwa zum sechsten Lebensmonat bildet sich laut BIÖG eine zusammenhängende Schlafdauer von sechs Stunden heraus, und bis zum Ende des ersten Lebensjahres können die meisten Babys sechs bis acht Stunden am Stück schlafen. „Durchschlafen“ heißt für Babys laut BIÖG höchstens 6 bis 8 Stunden am Stück.
In der Zürcher Studie wurde der Nachtschlaf im ersten Jahr länger, während der Tagschlaf abnahm: Er stieg von im Mittel 11,0 Stunden mit 6 Monaten auf 11,7 Stunden mit einem Jahr.
Bis zum sechsten Lebensmonat ist es laut BIÖG normal, dass ein Baby mindestens einmal pro Nacht aufwacht, weil es nachts eine oder mehrere Mahlzeiten braucht. Gesunde Säuglinge über 6 Monate brauchen laut DGKJ in der Regel nachts keine Mahlzeit mehr. Trotzdem wachen Säuglinge und Kleinkinder laut DGKJ nachts regelmäßig auf, oft mehrmals, manchmal bis zu einem Alter von etwa 5 Jahren, weil sie beim Wechsel der Schlafphasen erwachen; auch das ist normal und nicht krankhaft.
Manche Babys schlafen laut BIÖG für einige Zeit durch und dann plötzlich wieder nicht mehr. Passiert das um den vierten Monat herum, ist oft von der 4-Monats-Schlafregression die Rede.
Leg dein Baby immer auf den Rücken zum Schlafen, möglichst im eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern, ohne Kopfkissen, Felle, Nestchen, Kuscheltier oder Mütze, und am besten in einem Schlafsack statt unter einer Decke; so empfiehlt es das BIÖG. Diese Schlafempfehlungen sind laut BIÖG der richtige Weg, das Risiko des plötzlichen Kindstods zu vermindern.
Schläft mein Baby zu viel oder zu wenig?
Zu viel oder zu wenig lässt sich bei Babys kaum an einer Stundenzahl festmachen: Das Schlafbedürfnis ist laut DGKJ altersabhängig, variiert aber individuell sehr stark. Manchmal kommt laut DGKJ schon ein 4 Monate alter Säugling mit 10 bis 12 Stunden Schlaf pro Tag aus und ist deshalb nicht krank.
Auch das BIÖG nennt eine große Bandbreite: Manche Säuglinge brauchen 14 bis 18 Stunden Schlaf, anderen genügen 12 bis 14 Stunden. Nach den ersten Wochen, in denen laut BIÖG alle Babys Vielschläfer sind, wird der Schlafbedarf sehr individuell.
Bei Babys, die häufig und lang anhaltend schreien, liegt laut BIÖG meist ein Schlafmangel vor: Sie bekommen tagsüber oft zu wenig Schlaf und sind übermüdet und überreizt. Wirkt dein Baby sehr oft überreizt und übermüdet, rät das BIÖG, dafür zu sorgen, dass es mehr Schlaf bekommt.
Wenn zu befürchten ist, dass der Schlaf nicht ausreicht, empfiehlt die DGKJ, etwa 3 Wochen lang ein Schlaftagebuch zu führen. Darin notierst du jeden Tag, von wann bis wann dein Baby geschlafen hat, wie oft es aufgewacht ist und wie die Schlafbedingungen waren; so lassen sich Schlafbedarf und mögliche Ursachen von Störungen ermitteln.
Wann solltest du mit deiner Kinderarztpraxis sprechen?
Sprich mit deiner Kinderarztpraxis, wenn du sehr verunsichert bist, ob die kurzen Schlafzeiten deines Babys normal sind; dazu rät das BIÖG. Die AASM rät Eltern, die befürchten, dass ihr Kind zu wenig oder zu viel schläft, ebenfalls zum ärztlichen Gespräch.
- Dein Neugeborenes ist auffällig schläfrig, trinkt schwach, nimmt wenig zu oder hat eine Gelbsucht. Für gestillte Babys schreibt das BIÖG, dass es dann nach Absprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme nötig sein kann, das Baby zu einer Stillmahlzeit sanft zu wecken.
- Dein Baby hat anhaltend keinen Appetit, wirkt blass und schlapp oder bekommt Fieber. Dann muss es laut BIÖG umgehend in der Kinderarztpraxis vorgestellt werden.
- Dein Baby schnarcht regelmäßig oder atmet nachts auffällig. Ab der U6 fragt die Ärztin oder der Arzt laut Gelbem Heft nach regelmäßigem Schnarchen, und die DGKJ führt nächtliche Atmungsstörungen mit meist Schnarchen als eigene Schlafstörung auf.
- Du selbst bist erschöpft, weil dein Baby nachts sehr oft aufwacht. Das BIÖG rät, mit der Kinderarztpraxis über diese Belastung zu sprechen, und nennt Hebammen, Eltern-Kind-Gruppen, Schreiambulanzen und die Frühen Hilfen als weitere Unterstützung.
In der App: Ein Schlaftagebuch fürs Baby, das dir das Muster zeigt
Offizielle Empfehlungen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Das Wichtigste zum Schlaf im ersten Lebensjahr
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) — Schlafen: Babys 0–1 Jahr (Faltblatt, Stand Juni 2025)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) — Das Baby: Informationen für Eltern über das 1. Lebensjahr (Stand Mai 2025)
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) — Elterninfo Kind schläft nicht
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) — To grow up healthy, children need to sit less and play more
- American Academy of Sleep Medicine (AASM) — Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations: A Consensus Statement
- Iglowstein et al., Pediatrics (2003), Volltext bei National Jewish Health — Sleep Duration From Infancy to Adolescence: Reference Values and Generational Trends
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) — Kinderuntersuchungsheft (Gelbes Heft), Stand Juni 2026
Geschrieben von der MyBaby-Redaktion. Wie wir Quellen auswählen und prüfen (auf Englisch).
MyBaby ist kein Medizinprodukt und bietet keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Babys wende dich immer an die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.



