Wann fangen Babys an zu sprechen? Vom Brabbeln bis zum ersten Wort
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Wann fangen Babys an zu sprechen?
Babys sagen ihre ersten Wörter laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gegen Ende des ersten Lebensjahres oder etwas später, meist „Mama“ und „Papa“; die Mehrheit der Kinder spricht sie zwischen einem und anderthalb Jahren. Manche sprechen schon mit neun oder zwölf Monaten ihr erstes Wort, einige wenige lassen sich bis zum Alter von etwa zweieinhalb Jahren Zeit. Die Phasen der Sprachentwicklung und ihre Abfolge sind vermutlich bei allen Kindern gleich, ihr Zeitpunkt aber ist von Kind zu Kind ganz verschieden; Altersangaben bieten deshalb bloß eine grobe Orientierung.
| Alter | Was dein Baby macht | Quelle |
|---|---|---|
| Mit etwa 2 Monaten | Gurrt und schnalzt, erste zufällige „Stimmübungen“ | BIÖG |
| U4, 3. bis 4. Lebensmonat | Macht sich durch bestimmte Laute bemerkbar, dreht den Kopf zu bekannten Geräuschen | Gelbes Heft |
| Ab etwa 5 bis 6 Monaten | Plappert erste Silben, reiht sie aneinander und verdoppelt sie: „da-da“ | BIÖG |
| U5, 6. bis 7. Lebensmonat | Rhythmische Silbenketten wie „ge-ge-ge“ oder „dei-dei-dei“ | Gelbes Heft |
| Ab etwa 8 Monaten | Beginnt, erste Wörter zu verstehen | BIÖG |
| U6, 10. bis 12. Lebensmonat | Längere Silbenketten, Doppelsilben wie „ba-ba“, ahmt Laute nach | Gelbes Heft |
| Gegen Ende des 1. Lebensjahres | Versteht wahrscheinlich 50 bis 100 Wörter, erste Wörter folgen | BIÖG |
| U7, 21. bis 24. Lebensmonat | Mindestens 10 richtige Wörter ohne Mama und Papa | Gelbes Heft |
Das Gelbe Heft ist das Kinderuntersuchungsheft des Gemeinsamen Bundesausschusses; bei den U-Untersuchungen wird ein Punkt darin nur angekreuzt, wenn dein Kind ihn nicht erfüllt. Neben der Sprache beurteilt die Praxis dort die Grobmotorik, bei der U6 etwa, ob dein Kind frei sitzt, sich in den Stand hochzieht und sich vom Rücken auf den Bauch und zurück dreht.
Ab wann lallen und brabbeln Babys?
Ab etwa drei Monaten brabbelt ein Baby laut BIÖG vergnügt vokalartige Laute wie „a“ und „i“ vor sich hin, und ab etwa fünf, sechs Monaten plappert es erste Silben, die es zu Ketten aneinanderreiht und schließlich verdoppelt: „da-da-da-da“, „da-da“. Davor, mit etwa zwei Monaten oder früher, beginnt es gurrend und schnalzend mit ersten, noch zufälligen Stimmübungen. Wahrscheinlich antwortest du, indem du seine Laute nachahmst und abwandelst, und dein Baby beobachtet dabei immer aufmerksamer deinen Mund und deine Lippen. So lernt es, die Muskeln in Mund, Hals und Kehlkopf immer besser zu kontrollieren.
Bei der U5 im 6. bis 7. Lebensmonat versuchen laut Gelbem Heft die meisten Babys vielleicht schon, sich mit mehrsilbigen Lautketten wie „dei-dei-dei“ mitzuteilen. Zur U6 heißt es dort, dass die meisten Kinder in diesem Alter Laute nachahmen und Doppelsilben wie „da-da“ bilden können.
Wann sagen Babys das erste Wort, „Mama“ oder „Papa“?
Das erste Wort kommt laut BIÖG gegen Ende des ersten Lebensjahres oder etwas später und ist meist „Mama“ oder „Papa“ oder ein Wort mit symbolischer Bedeutung wie „nam-nam“ für Essen.
Zwischen Silbe und Wort unterscheidet das Gelbe Heft genau: Doppelsilben wie „ba-ba“ und „da-da“ sind bei der U6 ein eigener Punkt, und bei der U7 im 21. bis 24. Lebensmonat steht die Einwortsprache mit wenigstens 10 richtigen Wörtern, ausdrücklich ohne Mama und Papa.
Im zweiten Lebensjahr wächst der Wortschatz stetig, schreibt das BIÖG, und den ersten Sätzen mit zwei Wörtern wie „Mama spielen“ folgen Sätze mit drei Wörtern. Bei 20 Monate alten Kindern, die sich normal entwickeln, kann der aktive Wortschatz zwischen 50 und etwa 200 Wörtern liegen.
Wie viel versteht ein Baby, bevor es spricht?
Ab etwa acht Monaten beginnt ein Baby laut BIÖG, erste Wörter zu verstehen, und gegen Ende des ersten Lebensjahres versteht es wahrscheinlich schon 50 bis 100 Wörter. Seinen Namen erkennt es vielleicht schon mit drei, vier Monaten, und mit etwa vier Monaten unterscheidet es einen freundlichen von einem ärgerlichen Gesichtsausdruck und Tonfall. Erste verstandene Wörter hängen zunächst fest an einem bestimmten Gegenstand: Nur sein roter Ball ist ein Ball.
Gegen Ende des ersten Jahres versteht ein Kind laut BIÖG einfache Aufforderungen wie „Gib mir den Ball!“, winkt bei „Auf Wiedersehen“, schüttelt bei „Nein“ den Kopf und klatscht in die Hände, wenn es sich freut. Bei der U6 prüft die Praxis laut Gelbem Heft, ob dein Kind dir auf Aufforderung einen Gegenstand gibt und dem Zeigefinger in die gezeigte Richtung folgt.
Wie kannst du dein Baby beim Sprechenlernen unterstützen?
Du unterstützt dein Baby, indem du viel mit ihm sprichst und auf seine Signale antwortest: Das BIÖG rät, von Anfang an in kurzen, einfachen Sätzen zu erzählen, was du gerade tust, und in Worte zu fassen, was dein Baby gerade wahrnimmt. Eltern haben großen Einfluss auf die sprachliche Entwicklung, auch wenn sie das Sprechenlernen nicht beschleunigen können.
Die Anregungen des BIÖG:
- Beantworte die Signale deines Babys, etwa wenn es über Blickkontakt deine Aufmerksamkeit sucht, und tröste und beruhige es auch mit deiner Stimme.
- Erzähle, was du tust: „Jetzt ziehe ich dir deine Windel an“, „Schau, da ist eine Puppe“.
- Benenne, was dein Baby wahrnimmt und was es interessiert: „Das ist ein Ball.“
- Spiele Sing-, Wort- und Bewegungsspiele. Lieder, kurze Reime und Fingerspiele machen schon Babys großes Vergnügen, und je häufiger du sie wiederholst, desto besser.
- Ahme dein Baby ruhig in seiner Babysprache nach; damit bestätigst du ihm, dass es auf dem richtigen Weg ist. Erst im Kleinkindalter solltest du nicht mehr in Babysprache mit deinem Kind reden.
- Schau schon im ersten Lebensjahr so oft wie möglich gemeinsam Bilderbücher an und erzähle kleine Geschichten dazu.
Bei der U4 im 3. bis 4. Lebensmonat spricht die Praxis laut Gelbem Heft mit dir darüber, wie du die Sprachentwicklung durch häufiges Sprechen und Singen förderst und wie du reagierst, wenn dein Baby besonders viel schreit und nicht schlafen kann.
Wächst dein Baby mit zwei oder mehr Sprachen auf, eignet es sich laut BIÖG die Sprachen in den gleichen zeitlichen Entwicklungsschritten an wie ein einsprachiges Kind; das Wissen in den einzelnen Sprachen, etwa der Wortschatz, kann zunächst unterschiedlich sein. Voraussetzung ist, dass dein Kind in beiden Sprachen Zuwendung und genug sprachliche Anregung bekommt. Ein zweisprachig aufwachsendes Kind spricht laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zunächst weniger Wörter in einer Sprache als ein gleichaltriges einsprachiges Kind, und Sorgen musst du dir deshalb nicht machen.
Wie wird das Hören bei Babys geprüft?
Das Hören wird zuerst beim Neugeborenen-Hörscreening geprüft, das laut Gelbem Heft bis zur 72. Lebensstunde erfolgen sollte, und danach bei den U-Untersuchungen immer wieder. Bei der U5 etwa fragt das Heft, ob dein Kind auf laute und leise Schallreize reagiert und den Kopf zur Schallquelle wendet.
Ist der erste Test auffällig, wird er laut Gelbem Heft in der Regel bis zur U2 mit derselben Methode kontrolliert; bleibt auch die Kontrolle auffällig, folgt in der Regel bis zur 12. Lebenswoche eine pädaudiologische Diagnostik. Hat der Hörtest noch nicht stattgefunden, sollte er umgehend erfolgen.
Eine Hörstörung kann laut BIÖG auch nach einem unauffälligen Test noch auftreten, zum Beispiel durch eine Infektion; achte deshalb darauf, wie dein Kind auf Geräusche reagiert. Selbst ein gehörloses Kind bildet in den ersten Lebensmonaten Laute und plappert, doch weil es keine Antwort hört, wird die Lautbildung nach und nach weniger, bis es gegen Ende des ersten Lebensjahres verstummt. Früh erkannte angeborene bleibende Hörstörungen lassen sich in den meisten Fällen so behandeln, dass sich das Kind weitgehend normal entwickeln kann.
Wann solltest du mit deiner Kinderarztpraxis sprechen?
Sprich mit deiner Kinderarztpraxis, wenn du den Eindruck hast, dein Baby höre nicht gut oder plappere nach dem ersten Halbjahr für sein Alter zu wenig; dazu rät das BIÖG ausdrücklich.
- Dein Baby dreht mit drei Monaten noch nicht den Kopf in Richtung eines Geräusches oder reagiert nicht auf deine Stimme. Der BVKJ nennt das ein mögliches Anzeichen einer Hörstörung.
- Der Neugeborenen-Hörtest hat noch nicht stattgefunden. Laut Gelbem Heft sollte er dann umgehend erfolgen.
- In deiner Familie sind schon sehr früh Hörstörungen aufgetreten. Das solltest du der Praxis laut BIÖG vorsorglich mitteilen.
- Dein Kind spricht mit zwei Jahren weniger als 50 Wörter oder bildet noch keine Sätze mit zwei Wörtern. Das BIÖG beschreibt das als mögliche Sprachentwicklungsverzögerung und rät, mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zu sprechen.
Kinder, die so spät sprechen, ohne dass eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung erkennbar ist, nennt das BIÖG „Late Talker“; gut die Hälfte von ihnen erreicht im Lauf des dritten Lebensjahres bis zum Schulalter selbstständig das normale Sprachniveau. Von einer Sprachentwicklungsstörung ist erst ab dem dritten Lebensjahr die Rede; festgestellt wird sie in der Regel in der Phoniatrie und Pädaudiologie und dann logopädisch behandelt.
Offizielle Empfehlungen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Erste Schritte in der Sprachentwicklung des Babys
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Grundzüge der Sprachentwicklung
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Die Sprechfreude des Babys anregen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Kinder in mehrsprachigen Familien
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Der Hörsinn des Säuglings
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de — Schwierigkeiten bei der Sprachentwicklung erkennen
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) — Kinderuntersuchungsheft (Gelbes Heft), Stand Juni 2026
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de — Verzögerte Entwicklung: Wann den Arzt konsultieren?
Geschrieben von der MyBaby-Redaktion. Wie wir Quellen auswählen und prüfen (auf Englisch).
MyBaby ist kein Medizinprodukt und bietet keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Babys wende dich immer an die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme.



